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Ergotherapie in der Karl-Jaspers-Klinik



Die Bezeichnung Ergotherapie (ET) geht auf das Wort "Ergon" zurück und bedeutet sinngemäß: das Werk, die Tat, die sinnvolle Handlung. Ergotherapie in der Psychiatrie unterstützt die Beziehungs- und Handlungsfähigkeit der Patienten.


Zielsetzung

Das Handeln ist ein menschliches Grundbedürfnis. Das Ziel der Ergotherapie ist die Entwicklung, Verbesserung und Erhaltung der, für eine umfassende Teilhabe am täglichen Leben notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Auf Basis der ärztlichen Verordnung strukturieren Ergotherapeuten verantwortlich den Prozess der Behandlung. Patientinnen und Patienten erfahren, wie sie mit verschiedenen Anforderungen (z.B. im Bereich der Konzentrationsleistung oder Kontaktfähigkeit) umgehen. Die Ergotherapie lenkt die Wahrnehmung auf das Tun. Nicht das Produkt steht im Vordergrund, sondern die Umsetzung der Handlungsschritte.

Welche ergotherapeutischen Medien werden eingesetzt?

Handwerkliches Gestalten:
  • Kreatives, freies Gestalten mit Werkmaterial, gestalterischen und bildnerischen Mittel wie Malen, Collagen, Ton, Pappmasche, Speckstein und Holz.
  • Kontakt und Kommunikation durch Gruppenprojekte mit handwerklichen oder lebenspraktischen Inhalten
  • Stützende, strukturierende Techniken handwerklicher Art wie z.B. die Holzverarbeitung und Peddigrohrarbeiten


Lebenspraktisches Training:

  • Lebenspraktische Übungen: Ein Training, das Schwerpunkte setzt bei Alltagsverichtungen oder verschiedenen Außenaktivitäten (Stadtbesuche, Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Freizeitgestaltung usw.).


Kognitives Training:

  • Konzentrations- und Gedächtnistraining mit Hilfsmitteln, wie z.B. spezielle Computer-Programme oder Arbeitsblätter.


Methodische Grundlagen der Ergotherapie

Auf welcher Grundlage arbeiten Ergotherapeuten (ergotherapeutische Methoden nach Scheiber und Kubny-Lühke) ?

  • Die kompetenzzentrierte Methode umfasst einen ergebnisorientierten Ansatz mit prozesshaften Anteilen. Ausgewählte handwerkliche Techniken und Übungen aus dem lebenspraktischen Raum, dem Arbeits- bzw. dem Freizeitbereich werden eingesetzt, um verloren gegangene oder nicht vorhandene Fähigkeiten zu erwerben und Fertigkeiten zu trainieren.
  • Die ausdruckszentrierte Methode beinhaltet einen prozessorientierten Ansatz, bei dem der Patient über kreativ zu gestaltende Angebote, Materialien und Techniken zur Auseinandersetzung mit seinen Gefühlen, Wünschen und Strebungen angeregt wird. Die verbale Aufarbeitung nach der Gestaltphase soll die Selbstwahrnehmung und Selbstreflektion des Patienten fördern.
  • Bei der interaktionellen Methode steht die Auseinandersetzung der Gruppenmitglieder miteinander im Vordergrund. Ziel ist es, dem einzelnen Patienten zu ermöglichen, sich selbst innerhalb der Gruppe zu erleben, das eigene Gruppenverhalten zu reflektieren, gegebenenfalls neue Verhaltensweisen zu trainieren und seine Kommunikations- und Kontaktfähigkeit zu stärken.


Welche Therapieformen werden angeboten ?

  • Einzelarbeit in der Gruppe
  • Partnerarbeit
  • Gruppenarbeit
  • Projektgruppe
  • Einzeltherapie (nach Absprache)


Wo werden Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten in der Karl-Jaspers-Klinik eingesetzt?

Sie arbeiten in den Bereichen der Aufnahmestationen (Akutpsychiatrie), der Psychotherapiestationen, der Gerontopsychiatrie, in den Tageskliniken (Wehnen, Westerstede und Delmenhorst) und im Suchtbereich.


Welchen Anteil übernimmt die Karl-Jaspers-Klinik an der ergotherapeutischen Ausbildung ?

Durch bestehende Kooperationsverträge stellt die Karl-Jaspers-Klinik regelmäßig eine bestimmte Anzahl von Praktikumsplätzen zur Verfügung.

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